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Geschichten und Legenden über den Carlsberg und Herzog Carl II. August.

Frohnarbeit

Die Bauern mußten im Juni jeden Jahres mit Fuhrwerk und Leuten auf den Karlsberg, um Heu zu machen. Sie hatten so lange zu bleiben, bis das ganze Heu eingefahren war. Das Heu wurde "in der Fron" gemacht. Nachts schliefen die Bauern unter ihrem Wagen im Feien. Ein einzelner Wagen durfte nicht in das Schloß einfahren. Die Wagen wurden auf der Wiese geladen und in einer ganz bestimmten Ordnung zum Karlsberg gebracht. Der Herzog schaute beim Einfahren zu. Wehe ein Fuhrmann der sich Extravaganzen leistete.

Quelle: Webseite des Heimat und Verkehrsvereins Reifenberg

 

Frohnarbeit war in der damaligen Zeit eine normale "Steuerform". Inwieweit die Reifenberger Bauern auf dem Carlsberg Frohnarbeit leisten mußten, ist nicht nachvollziehbar, jedoch aufgrund der Entfernung nicht unbedingt anzunehmen. Auch ist die Formulierung etwas zweideutig:

  • Die Leute fuhren auf den Carlsberg um Heu zu machen, also auf dem Schloß.
  • Die Wagen wurden auf der Wiese geladen und in einer ganz bestimmten Ordnung zum Carlsberg gebracht." Demnach wurde das Heu nicht auf dem Schloß gemacht

Daß die Bauern nicht heimfuhren, bevor sie ihre Arbeit erledigt hatten, lag wohl weniger an der Strenge des Herzogs als vielmehr an den geographischen Gegebenheiten. Reifenberg liegt gut 22 km vom Carlsberg entfernt. Die Bauern brauchten somit drei Stunden, um zum Carlsberg zu kommen und das bedeutete 6 Stunden Fahrt täglich. Dies wollte man wohl sich und den Pferden nicht antun. Da sie nicht heimfuhren, übernachteten sie auf dem Feld, um am nächsten Morgen früh mit der Arbeit zu beginnen und die Kosten fürs ein Gasthaus zu sparen.

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